Nur noch Sahnetorte statt Marmorkuchen ?

Vollprothetische Versorgung: totale Prothesen oder auch "28-er" genannt

Ist ein Kiefer oder sind gar beide Kiefer völlig zahnlos, wird die Kaufunktion mit einer Total- oder Vollprothese wieder hergestellt.

 

Es handelt sich hierbei um herausnehmbaren Zahnersatz.

Die Zahnprothese ermöglicht dem Patienten, wieder normal zu kauen und zu sprechen. Außerdem soll sie ein optisch ansprechendes Gebiss wieder herstellen.

 

Bei der Herstellung der Vollprothese werden zunächst präzise Abdrücke von Ober- und Unterkiefer genommen (s.a. Ludwigs-Technik).

 

Darüber hinaus wird die sogenannte Bisshöhe und Bisslage, sowie die Zahnform und Zahnfarbe von Zahnarzt und Zahntechniker individuell festgelegt.

 

Die natürlichen Strukturen (Knochen) und Gewebe (Schleimhaut, Muskeln) des Mundraumes geben der Vollprothesen den möglichen Halt. Die Beschaffenheit des Knochenreliefs und des Speichels, (Menge und Viskosität - viel/wenig/dick/dünn) sind u.a. wesentlicher Bestandteil und wichtige Faktoren für den guten Halt einer Prothese. Die Speichel-Flüssigkeit hält über sogenannte Kapillar- und Adhäsionskräfte sowie Unterdruck die Prothese im Mund in ihrer Position. Ein vorheriges Benetzen der Prothese mit Wasser begünstigt das Einsetzen.

 

Nachteile der Vollprothesen

 

Oberkieferprothese (Kürzel TO):

- Die obere Prothese deckt den Gaumen ab, was für die Zunge erst einmal ungewohnt ist. 

- Bei dieser Form des Zahnersatzes kann es zu veränderter Geschmacksempfindung sowie zu leichten Veränderungen der Sprache (Phonetik) kommen.

- Der Halt ist von individuellen Parametern bestimmt. In der Regel ist der Halt und Sitz einer Oberkiefer-Prothese leichter zu erzielen

 

Sind im Kieferknochen keine Zähne mehr verankert, kann sich durch die Belastung der Kieferareale mit der zukünftigen Prothese die Knochensubstanz zurückbilden (Atrophie) und zu verschiedenen Folgeproblemen führen (z.B. Schlotterkamm, Schleimhautreizungen, trockener Mund, Bisshöhenverlust etc.) 

 

Unterkiefer-Prothese (Kürzel: TU):

– durch oben beschriebene Knochenverluste kann das zu Problemen mit dem Sitz insbesondere der Unterkiefer-Prothese führen. Ein chirurgischer Eingriff kann dann eventuell eine Besserung erzielen. In manchen Fällen kann auch der Einsatz von Zahnimplantaten sinnvoll sein. Der Kieferchirurg bringt dann in den Kieferknochen die Implantate ein, auf denen sich dann eine festsitzende oder kombinierte Prothese abstützen und fixieren kann. Ein solcher Zahnersatz ist stets komfortabler und erstrebenswerter als eine herausnehmbare Zahnprothese.

 

Pflege und Haltbarkeit

Die Pflegeempfehlungen für Träger von Vollprothesen entsprechen denen für Teilprothesen. Reparaturen, Erweiterungen und Erneuerungen der Prothese nehmen Zahnarzt beziehungsweise Zahntechniker stets außerhalb des Mundes vor. Entstehen im Material wiederholt Risse oder Sprünge ohne größere Gewalteinwirkung, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Prothese nicht optimal angepasst ist. Die Reinigung des Zahnersatzes erfolgt jeden Tag und stetig. Entsprechende Pflegesysteme stehen zur Verfügung. (s.a. Mundhygiene und Der Zahnblitz)

 

Verrtrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Aufgrund von natürlichen Veränderungen des Gewebes im Mund, zum Beispiel durch Knochenumbau, ist ein Angleichen der Prothese an die Mundstrukturen von Zeit zu Zeit notwendig. Eine Unterfütterung der Prothese mindert zum Beispiel das Schaukeln des Zahnersatzes und verhindert, dass sich Druckstellen bilden und der Knochen sich beschleunigt zurückbildet. Wenn Sie Träger einer Zahnprothese sind, sollten Sie daher regelmäßig (6-monatiger Intervall) Ihren Zahnarzt aufsuchen, damit er den Sitz Ihrer Prothese kontrollieren kann.